
Burgzisterne

Istanbul

neuzeitliche arabische Zisterne
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Einige Bemerkungen zur Geschichte von Regenwasseranlagen
Die Geschichte der Zisterne und der Nutzung von Niederschlagswasser reicht bis weit
in die Antike zurück . Besonders in Gebieten, wo eine Wasserversorgung nur in bestimmten
Jahreszeiten gewährleistet ist, auf ungünstigen Höhenlagen oder aber auch bei größeren
Einwohnerzahlen wurde früh über eine Speicherung von Wasser nachgedacht.
Allgemein gab es zwei verschiedenen Formen der Zuführung von Wasser in einen Speicher.
Einerseits wurde Regenwasser von den Dachflächen über ein Leitungssystem der Zisterne
zugeführt,oder es wurden Kanäle gebaut, die Wasser von weit entfernten Quellen in einen
nahen unterirdischen Speicher transportierten. Oberirdisch wurden meist Brunnnen
errichtet, um das Wasser zu fördern.
Eine besondere Rolle spielten schon sehr früh Festungs- und Burganlagen. Diese waren
meist auf Höhenlagen errichtet und mussten im Falle einer Belagerung vielen Menschen
eine Versorgung mit Wasser sicherstellen. Ein berühmtes Beispiel ist die Festung von
Mykene, erbaut ca. 1500 Jahre vor der Zeitrechnung, die eine sehr große Zisterne besaß,
in der Regenwasser für den Belagerungsfall gespeichert wurde.
In den Städten des römischen Reichs wurden teilweise Speicher mit einem Fassungs-
vermögen von einigen 100000 m³ gebaut, um die Versorgung der Bevölkerung zu
gewährleisten.
Im Mittelalter wurden in Deutschland besonders Burgen mit Regenwasserzisternen
ausgestattet, um für diverse Belagerungsfälle ausgerüstet zu sein. Um diese Zeit entwickeln
sich auch erste, zum Teil sehr effektive Techniken der Filterung des aufgefangenen Regens.
Zuerst hob man tiefe Gruben aus,deren Wände und der Boden mit einer wasser-
undurchlässigen Schicht aus Ton und Lehm verkleidet wurden. In der Mitte baute man
dann den eigentlichen Brunnen aus behauenen Steinen, der einen kreisrunden Schacht
ergab, aus dem später das Wasser geschöpft wurde. Die Steine wurden ohne Mörtel
aufeinandergesetzt, um das Wasser von aussen eindringen zulassen.
Der Zwischenraum von Brunnenschacht und Grubenwand wurde mit Sand und Kies
verfüllt und durch diese Schicht das Niederschlagswasser geleitet, das sich dann im
Brunnenschacht sammelte.
Einige sehr schöne Beispiele dieser Technik kann man heute noch auf thüringischen Burgen
betrachten, bei denen durch die vielen kriegerische Auseinandersetzungen solche Anlagen
notwendig waren.
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